✳ Minimalismus & Mut · Fundstücke & Fragmente

Backen ohne Backofen: Mein erster Versuch am Campingplatz

Wie ich mit meinem Campingtopf, einer kleinen Metallschale und etwas Kreativität meine ersten Bananen-Haferflocken-Plätzchen gebacken habe.

Wer mit dem Rucksack unterwegs ist, lernt schnell, kreativ zu werden. Man hat wenig Platz, wenig Ausrüstung und nicht immer die Möglichkeiten, die man von zu Hause kennt. Aber muss man deshalb auf alles verzichten?

Ich wollte herausfinden, ob ich mit meinem Campingtopf und meiner elektrischen Kochplatte auch backen kann. Dafür habe ich selbst recherchiert und nach einer guten Variante gesucht, die für mich als Backpackerin praktikabel ist.

Dabei bin ich auf einige Beiträge aus dem afrikanischen Raum gestoßen, in denen solche improvisierten Backmethoden erklärt wurden. Ich habe mich richtig darüber gefreut! Es ist schön zu sehen, wie Menschen mit einfachen Mitteln Lösungen finden, statt für alles ein spezielles Gerät kaufen zu müssen.

Also beschloss ich, es selbst auszuprobieren. Für meinen ersten Versuch habe ich einfache Bananen-Haferflocken-Plätzchen gemacht. Und ich war wirklich erstaunt, wie gut es für den Anfang funktioniert hat!

Mein improvisierter Campingbackofen

Improvisierter Campingbackofen: Campingtopf mit umgedrehter Metallschale und Metallgitter als Erhöhung
Mein Aufbau: Eine umgedrehte Metallschale und ein Gitter, das perfekt in meinen Campingtopf passt.

Ich hatte ein kleines Metallgitter, das hervorragend in meinen Campingtopf passte. Darunter stellte ich eine kleine Metallschale umgedreht hinein. Dadurch lag das Gitter höher und berührte nicht direkt den Topfboden.

So entstand mein improvisierter Campingbackofen. Das Prinzip ist ganz einfach: Die Backware soll nicht direkt auf dem heißen Boden des Topfes liegen. Stattdessen braucht man eine geeignete Erhöhung, auf der das Gitter oder eine Backform stehen kann. Mit einem Deckel wird der Topf verschlossen, damit sich die Wärme darin sammeln kann.

Das Gitter ist dabei keineswegs zwingend notwendig. Es war einfach die Lösung, die ich zur Hand hatte. Entscheidend ist der Abstand zwischen der Backware und dem heißen Topfboden.

Wer kein Gitter besitzt, kann eine geeignete Backform auf eine stabile, hitzebeständige Erhöhung stellen. Man muss also nicht unbedingt spezielles Campingzubehör kaufen. Manchmal reicht es, sich anzusehen, was man bereits dabei hat.

Was kann man als Erhöhung verwenden?

Hier darf man kreativ werden. Gerade beim minimalistischen Reisen möchte ich möglichst wenig zusätzliches Gewicht und Equipment mitnehmen. Deshalb finde ich Lösungen spannend, bei denen man vorhandene Gegenstände verwenden kann.

  • Ein Metallgitter: So wie bei meinem Versuch. Die Backware kann direkt darauf liegen, sofern das Gitter für Lebensmittel und die auftretende Hitze geeignet ist.
  • Eine kleine Metallschale: Umgedreht kann sie als Abstandhalter dienen, wenn sie stabil steht und die Konstruktion sicher trägt.
  • Eine geeignete Metalldose: Eine offene, saubere und hitzebeständige Dose kann als Erhöhung dienen. Sie muss stabil stehen und darf keine ungeeignete Beschichtung oder scharfe Kanten haben.
  • Ein kleiner Metalltopf: Bei einem größeren Campingtopf kann möglicherweise ein kleinerer, hitzebeständiger Metalltopf umgedreht hineingestellt werden. Darauf kann eine passende Backform stehen, sofern alles stabil ist und genügend Platz für die Wärme bleibt.
  • Eine andere geeignete Metallkonstruktion: Manchmal findet sich im eigenen Campinggeschirr etwas, das sich dafür verwenden lässt.

Wenn man kein Gitter hat, ist das also kein Hindernis. Man kann die Backware in eine geeignete Backform geben und diese auf die Erhöhung stellen. Wichtig ist, dass die Form nicht direkt auf dem heißen Topfboden aufliegt.

Die Konstruktion muss stabil sein. Nichts darf kippen oder sich beim Öffnen des Deckels verschieben. Verwendet nur Materialien, die für die auftretende Hitze geeignet sind. Geschlossene Behälter, Kunststoffteile und unbekannte Beschichtungen haben in dieser Konstruktion nichts verloren.

Mein erstes Rezept: Bananen-Haferflocken-Plätzchen

Vier selbst gemachte Bananen-Haferflocken-Plätzchen im improvisierten Campingbackofen
Meine ersten Plätzchen im improvisierten Campingbackofen.

Für meinen ersten Versuch wollte ich nichts Kompliziertes machen. Ich hatte eine Banane und Haferflocken und wollte einfach sehen, ob es funktioniert.

Zutaten

  • 1 reife Banane
  • Haferflocken nach Bedarf

Zubereitung

  1. Die Banane mit einer Gabel gründlich zerdrücken.
  2. Haferflocken dazugeben und vermengen, bis eine formbare Masse entsteht.
  3. Kleine, möglichst gleich dicke Plätzchen formen.
  4. Die Plätzchen auf das geeignete Gitter legen oder eine passende Backform verwenden, die auf der Erhöhung steht.

Mehr braucht es für diese einfache Variante nicht. Die Banane sorgt für die Süße und verbindet die Haferflocken miteinander. Je dünner die Plätzchen sind, desto leichter lässt sich ihr Garzustand kontrollieren.

So habe ich gebacken

Geschlossener Campingtopf mit Deckel während des Backversuchs auf einer elektrischen Kochplatte
Deckel drauf und abwarten: In meinem Campingtopf sammelt sich die Wärme.

Ich habe meinen improvisierten Backofen zunächst ungefähr fünf Minuten auf meiner elektrischen Campingkochplatte vorgeheizt. Dabei hatte ich die höchste Stufe eingestellt.

Anschließend kamen die Plätzchen auf das Gitter und der Deckel auf den Topf.

Nach ungefähr zehn Minuten habe ich zum ersten Mal nachgesehen. Da die Hitze hauptsächlich von unten kommt, habe ich die Plätzchen gewendet, damit auch die andere Seite etwas Farbe bekommt.

Die Backzeit hängt von der Kochstelle, der Temperatur, dem Topf, dem Deckel und der Dicke der Plätzchen ab. Meine zehn Minuten sind deshalb nur ein Erfahrungswert aus meinem Versuch.

Bei weiteren Versuchen möchte ich noch mit der Hitze experimentieren. Gerade bei einer elektrischen Kochplatte kann der Topfboden sehr heiß werden. Deshalb würde ich die Temperatur genauer beobachten und gegebenenfalls niedriger einstellen. Den Topf sollte man während des Backens nicht unbeaufsichtigt lassen.

Und das Ergebnis?

Die selbst gebackenen Bananen-Haferflocken-Plätzchen in meiner Hand beim Camping
Meine ersten selbst gebackenen Camping-Plätzchen – für den Anfang bin ich wirklich zufrieden!

Für das erste Mal war ich wirklich erstaunt! Die Plätzchen waren nicht überall gleichmäßig gebräunt, aber mein Versuch hat funktioniert. Und genau darum ging es mir: ausprobieren, lernen und mit einfachen Mitteln etwas Neues schaffen.

Ich werde definitiv noch mehr ausprobieren.

Weitere Möglichkeiten, ohne Backofen zu backen

Meine Methode ist nur eine Möglichkeit. Wer beim Camping oder auf einer längeren Reise backen möchte, kann mit verschiedenen Konstruktionen experimentieren.

1. Backen im Campingtopf mit Abstandhalter

Das ist meine Methode. Ein Topf mit Deckel und eine stabile Erhöhung bilden die Grundlage. Ob du ein Gitter, eine umgedrehte Metallschale, eine geeignete Metalldose oder einen kleineren Metalltopf verwendest, hängt davon ab, was du zur Verfügung hast.

Die Backware liegt entweder auf dem Gitter oder in einer geeigneten Backform, die auf der Erhöhung steht. Wichtig ist, dass der heiße Topfboden nicht direkt mit der Backware oder der Backform in Kontakt kommt.

2. Backen mit Sand

Diese Variante möchte ich selbst noch ausprobieren.

Eine Schicht vollständig trockenen Sandes kann als Wärmespeicher dienen. Dafür braucht man einen ausreichend großen, hitzebeständigen Topf und eine geeignete Konstruktion, auf der die Backform stabil oberhalb des Sandes steht.

Die Backform sollte keinen Sand aufnehmen können, und die Konstruktion muss sicher stehen. Feuchter Sand ist ungeeignet, da eingeschlossene Feuchtigkeit beim Erhitzen problematisch werden kann. Auch bei dieser Methode muss die Hitze vorsichtig reguliert werden.

Ich hatte überlegt, auf den Sand Zeitungspapier zu legen, um die Backware zu schonen. Das würde ich allerdings nicht empfehlen: Zeitungspapier kann verkohlen oder Feuer fangen und ist wegen der Druckfarben keine geeignete Backunterlage. Besser ist eine ausdrücklich hitzebeständige Unterlage, die für den jeweiligen Einsatz vorgesehen ist.

3. Backen mit Salz

Auch grobes Salz wird bei improvisierten Backmethoden als Wärmespeicher verwendet. Die Idee ähnelt der Sandmethode: Das Salz wird im Topf erhitzt, während die Backform auf einer geeigneten Erhöhung darüber steht. Die Backware sollte nicht direkt auf dem Salz liegen.

Ob diese Methode besser funktioniert als Sand, möchte ich selbst noch herausfinden. Das hängt unter anderem von der Konstruktion, der Wärmezufuhr und der Art des Gebäcks ab.

4. Backen in einer kleinen Metallform

Wenn du eine kleine, für die auftretende Hitze geeignete Backform besitzt, kannst du sie auf einer Erhöhung in den Topf stellen. Damit lassen sich auch andere Rezepte ausprobieren, beispielsweise kleine Kuchen oder Brote.

Verwende nur hitzebeständige Formen und Materialien. Kunststoffteile, unbekannte Beschichtungen und beliebige Behälter sind nicht automatisch für hohe Temperaturen geeignet.

5. Ein richtiger Campingbackofen oder Dutch Oven

Natürlich gibt es auch spezielle Campingbacköfen und Dutch Ovens. Sie sind eine komfortablere Möglichkeit für alle, die regelmäßig unterwegs backen möchten.

Für mich als Backpackerin ist aber gerade die Frage spannend, was sich mit dem vorhandenen Equipment erreichen lässt, ohne zusätzliche Dinge kaufen und schleppen zu müssen.

Was ich als Nächstes ausprobieren möchte

Ich möchte weiter experimentieren und sehen, was mit meinem kleinen Camping-Setup noch möglich ist. Vielleicht probiere ich als Nächstes:

  • Haferflocken-Plätzchen mit Zimt
  • kleine vegane Apfelküchlein
  • einfache Fladen oder kleine Brote
  • einen kleinen Kuchen im Campingtopf
  • die Variante mit Sand oder Salz als Wärmespeicher

Dabei möchte ich herausfinden, wie sich die Hitze besser regulieren lässt und welche Konstruktion am gleichmäßigsten backt.

Denn eines habe ich bei meinem ersten Versuch gelernt: Man muss nicht immer gleich etwas Neues kaufen. Manchmal reicht es, die Dinge, die man bereits besitzt, einmal anders zu betrachten.

Ich bin jedenfalls gespannt, was als Nächstes aus meinem improvisierten Campingbackofen kommt.

Vielleicht inspiriert dieser kleine Versuch ja auch andere, selbst etwas auszuprobieren. Gerade unterwegs darf es ruhig einfach sein – und manchmal eben ein bisschen improvisiert.


Hinweis: Beim Backen auf einer Kochplatte, einem Gaskocher oder über offenem Feuer können Topf und Inhalt sehr heiß werden. Nur geeignete, hitzebeständige Materialien verwenden, für sicheren Stand sorgen und die Konstruktion niemals unbeaufsichtigt lassen. Bei offenem Feuer außerdem auf ausreichenden Abstand zu Zelt, Tarp und anderen brennbaren Materialien achten.

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